Wie Technik und ich uns entwickelten

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Wenn ich heute über Technik nachdenke, merke ich, wie schwer es geworden ist, ihren Anfang zu bestimmen. Sie ist einfach überall. Aber irgendwann muss es diesen ersten Moment gegeben haben, an dem ich ihr bewusst begegnet bin.

Vielleicht war es das Telefon im Flur mit der Wählscheibe. Oder die Musiktruhe im Wohnzimmer – Plattenspieler und Radio in einem Möbelstück. Ich weiß es nicht mehr genau. Ich weiß nur: Diese Geräte gehörten nicht uns Kindern. Sie gehörten den Erwachsenen. Und genau dort beginnt meine persönliche Geschichte mit Technik.

„Wenn ich versuche, mich zu erinnern, entsteht eine Art technologische Zeitlinie meines Lebens …“

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Eine persönliche Zeitlinie

Ende der 1960er – Technik gehört den Erwachsenen

Erste bewusste Begegnungen mit Technik. Wählscheiben-Telefon im Flur. Musiktruhe im Wohnzimmer (Plattenspieler + Radio).

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Schlager aus den 60ern. Technik ist teuer und fast ein „Heiligtum“. Kinder benutzen Geräte nicht – sie beobachten. Eine meiner stärksten Erinnerungen: Wenn das Telefon klingelte, war es oft mein Vater, der beruflich unterwegs war. Und mich wollte er immer sprechen.

Frühe 1970er – Mein erstes eigenes Gerät

Das erste Stück Technik, das wirklich mir gehörte: Ein kleines batteriebetriebenes Transistorradio, überall dabei, englischsprachige Musik entdecken (Abgrenzung zum Schlager der Erwachsenen). Technik wird zum ersten Mal Teil der eigenen Identität.

Mitte / Ende der 1970er – Musik wird teilbar

Der nächste große Schritt: Der Kassettenrekorder. Plötzlich konnte man: Musik aus dem Radio aufnehmen, eigene Kassetten erstellen, Musik mit Freunden tauschen. Das bedeutete aber auch: stundenlang auf einen Song warten. Aufnahme neu starten, wenn der Moderator hineinredet. ständig neue Batterien kaufen. Musik hören kostete damals Zeit und Energie.

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Image by MasterTux from Pixabay

Ende der 1970er – Erste eigene HiFi-Anlage

Weihnachtsgeschenk: eine Schneider Kompakt-Stereoanlage. Ich war ehrlich gesagt enttäuscht. Ich wollte: einzelne Komponenten, Geräte später austauschen, meine Anlage selbst zusammenstellen. Diese Enttäuschung führte zu etwas Neuem: Ich begann nach der Schule zu arbeiten, um Geld zu verdienen. Saisonarbeiten, Baujobs – oft half ich beim Vater eines Freundes, der Fliesenleger war. Der Bruder eines Freundes hatte sich mit Gerüstbau selbständig gemacht.

1985 – Der Heimcomputer

Mit Beginn meines Studiums in Automatisierungstechnik kam der nächste große Sprung. Heimcomputer. Zur Auswahl standen damals: Commodore C64 und Schneider CPC

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Unser Dozent riet uns: Wartet ein paar Wochen. Ihr werdet selbst merken, welcher Computer zu euch passt. Ich wartete natürlich nicht. Ein gutes Angebot führte schnell zum C64. Im Nachhinein war es eine gute Entscheidung – dort gab es viel mehr Möglichkeiten zu basteln und zu lernen.

Ende der 1980er – Technik wird Beruf

In der Ausbildung arbeiteten wir mit echten Mikroprozessoren: 8085, 8086, Z80

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Programmiert wurde in: Assembler, BASIC, CP/M, SPS. Dazu kamen PID-Regler und Steuerungen. Software steuerte plötzlich reale Maschinen. Das war eine ganz andere Verantwortung als beim Heimcomputer.

Automatisierung und Medizintechnik

Mein erster beruflicher Einstieg: SPS-Programmierung. Entwickelte halbautomatische Prüfabläufe für Platinen. Später wechselte ich in die Medizintechnik. Entwicklung digitaler Systeme um wiederkehrende Abläufe zu automatisieren. Der PC wurde dabei mein ständiger Begleiter. Von PC-DOS, MS-DOS, bis zu Windows und später auch Linux.

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Netzwerke und Infrastruktur

Ein weiterer Schwerpunkt wurde Netzwerktechnik. Ich installierte Netzwerke bei: Freunden, kleinen Firmen, Selbstständigen. Damals meist 10-Mbit Ethernet. Fehlersuche war oft ein Albtraum. Ein defektes Kabel oder unsaubere Verbindung – und das ganze Netz stand.

Vor dem Internet – BTX

Noch bevor das Internet alltäglich wurde, arbeitete ich mit BTX (Bildschirmtext). Mit Freunden, einer hatte von seinem Vater einen größeren Kurierdienst übernommen, entwickelten wir eine interaktive Plattform zur Reduktion von Leerfahrten (OMS-2000). Technik dafür: GPS, D2 Mobilfunk, zentrale Plattform. Im Grunde ein früher Vorläufer moderner Logistikplattformen.

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Vieles davon wirkt heute selbstverständlich. Damals (1990-1995) war es ein gefördertes Experiment.

Frühe Online-Zeit – Modems und ISDN

Die ersten Verbindungen ins Netz: Akustikkoppler (0,3k), 2.8k Modems, später 56k. Der große Fortschritt kam mit ISDN (64k), mit geeigneter teurer Hardware (aktive ISDN-Karte AVM B1) konnte man zwei Leitungen bündeln (128k). Jetzt konnte man stabil online arbeiten.

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Ich begann Webseiten zu erstellen: für Freunde, für Vereine, für Selbstständige inklusive Infrastrukturplanung. Solange Technik eine Herausforderung war, machte sie besonders viel Spaß.

Mobile Kommunikation

Durch meinen Beruf war Erreichbarkeit wichtig. Ich begann mit dem B-Netz. Später kam mein erstes richtig mobiles Telefon - Ein Motorola-Klapphandy mit ausziehbarer Antenne. Erstaunlich gute Funkqualität für diese Zeit.

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Frühe Smartphones

Noch lange bevor Apple oder Samsung den Markt dominierten, hatte ich bereits ein frühes Smartphone. Damit konnte man: E-Mails schreiben, Fotos machen, Termine verwalten. Damals fühlte sich das schon wie Zukunft an.

Heute – Technik als Werkzeug

Heute nutze ich Technik anders. Nicht mehr primär beruflich, sondern als Werkzeug für Gedanken, Austausch und Dokumentation. Zum Beispiel: Schreiben, Reflektieren, Publizieren. Technik unterstützt den Prozess – sie steht nicht mehr im Mittelpunkt.

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Quelle: OpenAI Bildgenerator; @vanje

Die eigentliche Entwicklung

Wenn ich zurückblicke, sehe ich eine interessante Bewegung:

  • Technik war zuerst selten und zentral
  • Dann wurde sie persönlich
  • Später Werkzeug
  • Dann Infrastruktur
  • Und heute ist sie einfach Begleiter im Alltag.

Schlussgedanke

Wenn ich heute darüber nachdenke, habe ich eine erstaunliche Entwicklung miterlebt.

  • Von der Musiktruhe im Wohnzimmer zum Smartphone in der Hosentasche.
  • Von der Wählscheibe zu globalen Netzwerken.
  • Von Kassettenaufnahmen aus dem Radio zu Musikbibliotheken, die in Sekunden verfügbar sind.
  • Und vom Heimcomputer, auf dem man Programme noch aus Zeitschriften abtippte, hin zu Systemen, die heute mit Hilfe künstlicher Intelligenz Texte formulieren – und ganze Prozesse im Hintergrund mitdenken.

Technik hat sich ständig verändert. Was sich dabei aber kaum verändert hat, ist etwas anderes: die Neugier. Der Wunsch zu verstehen, wie Dinge funktionieren. Probleme zu lösen. Neue Möglichkeiten auszuprobieren.

Früher bedeutete das: Kassetten aufnehmen. Computer programmieren. Netzwerke aufbauen.

Heute bedeutet es vielleicht: Gedanken aufschreiben. Erfahrungen teilen. Oder einfach beobachten, wohin sich diese technische Welt noch entwickelt.

Wenn ich eines gelernt habe, dann: Technik kommt und geht. Aber die Neugier darauf bleibt.



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Mir wird gerade vor Augen geführt, dass ich vor langer Zeit wohl die Abzweigung verpennt habe. Entweder beim Aufbau der Märklin-Eisenbahn, beim Entwirren des Bandsalates mithilfe des Faber-Castell-Bleistifts, während des Tankstellenbesuchs mit meinem Kolbenfüller am Tintenfass oder beim Auffüllen meines Bestandes an unbeschriebenen DIN-A4-Blättern. Nichts von alledem scheint für mich aus der Mode gekommen zu sein. Ich bin wohl ein hoffnungsloser Fall von Dauerschläfer.

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Der Gedanke, eine Abzweigung verpasst zu haben, ist mir nicht fremd. Ich habe ihn oft gehabt – besonders dann, wenn ich auf andere Lebensläufe geschaut habe, die geradliniger oder leichter wirkten.

Bei mir kam früh ein anderer Impuls dazu: unabhängig zu sein. Vielleicht geprägt durch den frühen Verlust meines Vaters. Ich war viel mit älteren Menschen unterwegs und habe gesehen, wie sie sich durch ihr Leben gearbeitet haben – und auch, wo manche stecken geblieben sind.

Ich hatte nie das Gefühl, dass es den richtigen Weg gibt. Eher nur unterschiedliche Gelände. Manche gehen außen herum. Ich bin oft direkt über die Steine gegangen. Nicht, weil es klüger war, sondern weil es sich für mich oft einfacher anfühlte, mich hineinzuarbeiten, bis ich etwas verstehe.

Gerade in der Technik war das deutlich. Je komplexer es wurde, desto größer wurde meine Ruhe darin. Vielleicht, weil ich irgendwann gemerkt habe: Das ist alles von Menschen gemacht. Also kann man es auch verstehen. Heute sehe ich das etwas anders. Technik ist für mich weniger etwas, das ich „bezwingen“ muss, sondern eher ein Werkzeug, das mich unterstützt – oder auch einfach mal liegen bleiben kann.

Was du schreibst, wirkt für mich nicht wie ein Verpassen einer Abzweigung. Eher wie jemand, der bewusst auf seinem Weg geblieben ist. Vielleicht ist es gar kein Schlafen gewesen. Vielleicht eher eine Form von Wachsein, die nicht ständig den Kurs wechselt. Und genau das hat seinen eigenen Wert.

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Für den Kommentar wählte ich daher auch den Weg mit den humorvoll anmutenden, augenzwinkernden Stolpersteinen. Denn zweifelsohne nutze auch ich den technischen Fortschritt, um an das vermeintliche Ziel zu gelangen, doch taugt auch die modernste Technik nicht, wenn es mir nicht gelingt, meinem Gegenüber die Würmer aus der Nase zu ziehen oder den Weisheitszahn der Überheblichkeit zu ziehen.😁😯

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Du hast recht: Technik kann viel, aber sie ersetzt nicht das, was zwischen Menschen passiert. Sie kann Verbindungen herstellen, aber nicht unbedingt Verständnis. Das mit den Würmern aus der Nase ziehen ist ein gutes Bild. Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass das oft die schwierigere Disziplin ist als jedes technische Problem. Maschinen verhalten sich berechenbar – Menschen selten. Vielleicht lag mir deshalb die Technik lange näher. Sie ließ sich zerlegen, verstehen, wieder zusammensetzen. Bei Menschen funktioniert das so nicht. 😅

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